
Holger Haases Schachkolumnen Archiv
Schachkolumne März 2012
Liebe Freunde des Schachs,
das Aeroflot-Open in Moskau wurde kürzlich von einem polnischen Großmeister, Mateusz Bartel, gewonnen, der sich damit für das Sparkassen-Open in Dortmund in diesem Jahr qualifiziert hat. Die vom 18. bis 26. Februar 2012 in Warschau stattfindenden polnischen Landesmeisterschaften verdeutlichen die immense Stärke des polnischen Schachs.
Betrachten wir heute eine feine Partie von Mateusz Bartel aus der vierten Runde der polnischen Meisterschaft, die am 21.02.2012 gespielt wurde.
Radoslaw Wojtaszek - Mateusz Bartel
1. d2-d4 d7-d5, 2. c2-c4 c7-c6, 3. Sb1-c3 d5xc4, 4. e2-e4 b7-b5, 5. a2-a4 b5-b4, 6. Sc3-a2 Sg8-f6, 7. e4-e5 Sf6-d5, 8. Lf1xc4 Lc8-f5, 9. Sg1-e2 e7-e6, 10. Se2-g3 Lf5-g6, 11. h2-h4 h7-h6, 12. h4-h5 Lg6-h7, 13. 0-0
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Die kurze Rochade ist möglicherweise unvorsichtig. 13. Dg4
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erscheint besser, denn jetzt kann Schwarz folgenden Zug spielen: 13. ... Dd8-h4,
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14. a4-a5 Lf8-e7, 15. Lc4xd5 e6xd5, 16. Lc1-e3 0-0, 17. Dd1-a4 f7-f5, 18. e5xf6 e.p. Tf8xf6,
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Die Stellung beginnt zugunsten von Schwarz zu kippen.
19. Sa2xb4 Le7-d6,
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20. Sb4xd5
Fritz hätte in dieser Stellung kaltblütig auf c6 geschlagen: 20. Sxc6 Sxc6, 21. Dxc6. Er meint, Weiß stünde dann besser.
20. ... Tf6-f5 (!),
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21. Sd5-e7+ Dh4xe7, 22. Sg3xf5 Lh7xf5,
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Schwarz hat jetzt materiellen Vorteil.
23. d4-d5 c6xd5, 24. Tf1-e1 De7-e5, 25. g2-g3 Lf5-d7, 26. Da4-b3 De5xh5, 27. Ta1-d1 Ld7-c6, 28. Le3-d4 Dh5-f7, 29. Db3-c3
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Fritz hätte hier 29. Tc1 empfohlen.
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Schachkolumne Februar 2012
Liebe Freunde des Schachs,
beim Tradewise Gibraltar Chess Festival 2012 kam es am 30. Januar 2012 in der siebten Runde zu einem besonderen Aufeinandertreffen: die amtierende Damen-Schachweltmeisterin Hou Yifan (China) traf mit Weiß auf Judit Polgar (Ungarn), die seit vielen Jahren in der absoluten Weltspitze des Schachs mitspielt und aufgrund ihrer großen Überlegenheit das reine Frauenschach gemieden hat.
Auch wenn Judit Polgar diese Partie mit Schwarz verliert, ist das kein Zeichen dafür, dass sie sich in absehbarer Zeit aus der Weltspitze verabschieden wird, sondern Hou Yifan wird in den nächsten Jahren zu selbiger dazustoßen.
Die Eröffnung der Partie war die Paulsen/Taimanow-Variante der sizilianischen Partie, bei der Schwarz gewisse Schwierigkeiten mit der harmonischen Entwicklung seiner Figuren hat.
Hou Yifan (2605) - Judit Polgar (2710)
1. e2-e4 c7-c5, 2. Sg1-f3 e7-e6, 3. d2-d4 c5xd4, 4. Sf3xd4 Sb8-c6, 5. Sb1-c3 a7-a6, 6. Lf1-e2 Sg8-e7, 7. Lc1-f4 Se7-g6, 8. Sd4xc6 b7xc6, 9. Lf4-d6 Lf6xd6, 10. Dd1xd6 Dd8-e7, 11. 0-0-0 De7xd6, 12. Td1xd6 Ke8-e7, 13. Th1-d1 Sg6-f4, 14. Le2-f3 Ta8-b8
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29. ... Lc6-b7, 30. Ld4-c5 Ld6xc5, 31. Dc3xc5 Sb8-d7,
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Erst jetzt wird der Springer entwickelt.
32. Dc5-e7 Lb7-c6, 33. Td1-c1 Lc6-b5, 34. a5-a6 Lb5xa6, 35. Tc1-c7 La6-b5, 36. De7xf7+ Kg8xf7, 37. Te1-e5 Ta8-c8,
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Ein besonders feiner Zug!
38. Tc7xa7 Tc8-c1+, 39. Kg1-h2 Ta8-c8, 40. Ta7-c7 d5-d4, 41. Te5-e4 d4-d3 0:1
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In der heutigen Aufgabe wollen wir das Partieende einer Partie von Mateusz Bartel aus der siebten Runde des Aeroflot-Opens betrachten. Es war ein ganz wichtiger Sieg gegen den Mitkonkurrenten Fabiano Caruana, ein junger italienischer Weltklasse-Großmeister.
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In der Diagrammstellung gab Caruana bereits auf. Die Stellung ist in der Tat für Schwarz aussichtslos. Da nicht jeder ein Weltklasse-Großmeister wie Caruana ist, muss man erst mal sehen, wie es nach z.B. Kf8-g8
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für Weiß weitergehen würde. Sehen Sie es?
Lösung der März-Aufgabe:
Es sollte der Zug Te1-e7 gefunden werden.
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Schwarz kann dann nichts mehr machen. Würde er z.B. Ld6xe7 spielen,
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würde er mit Df3xf7 sofort matt.
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Schwarz hinkt in der Entwicklung hinterher, droht hier aber durch das Scheinopfer [15. ... Sf4-d5] mit Materialgewinn. Darum zieht Weiß den Turm zurück.
15. Td6-d2 g7-g5
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Dieser Zug von Schwarz erweist sich als zu optimistisch. Der Computer empfiehlt [15. ... e5, 16.Lg4 Td8, 17. g3] mit etwa gleichen Chancen.
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16.Sc3-a4 d7-d5, 17. g2-g3 Sf4-g6, 18. Td1-e1 Ke7-f6, 19. Lf3-h5 Tb8-b4, 20. Sa4-c3 d5-d4, 21. e4-e5+ (!) Sg6xe5, 22. Sc3-e4+
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Kf6-e7, 23. Se4xg5 h7-h6 Hier übersieht Polgar einen taktischen Trick. Etwas besser wäre [23. ...f6, 23.f4 Tg8]
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24. Sg5xe6
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Egal, wie Schwarz den Springer schlägt, bleibt die Stellung nachteilig.
24. ... Lc8xe6, 25. Te1xe5 Th8-d8, 26. f2-f4 Hier wäre [26. Lh5-e2], um das Feld b5 zu überdecken, noch stärker gewesen.
26. ...Tb4-b5, 27. Td2-e2 Ke7-f6, 28. Lh5-f3 c6-c5, 29. a2-a4 Tb5-b4, 30. Te5xc5 Tb4xa4, 31. b2-b3 Ta4-b4, 32. Lf3-e4 Le6-g4, 33. Te2-e1 Td8-d6, 34. Ld4-d3 Lg4-d7, 35. Te1-e5 Ld7-e6, 36. Kc1-d2 Tb4-b6, 37. Tc5-a5 Tb6-c6, 38. Ta5-a4 Tc6-b6, 39. Te5-e4 Le5-f5, 40. Te4xd4
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Mit dem Gewinn des zweiten Bauern ist der Vorteil ganz klar.
40. ...Td6-e6, 41. Ld3-c4 Te6-c6, 42. Ta4-a5 Lf5-c8,
43. Lc4-d3 Lc8-e6, 44.Td4-d8 Le6-c8, 45. Ta5-d5 Lc8-e6, 46. Td5-h5 Kf6-g7, 47. f4-f5
Und Judit Polgar gab die aussichtslose Partie auf. 1:0
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Die heutige Aufgabe entstammt einer am selben Tag im gleichen Turnier gespielten Partie zwischen dem inzwischen wieder für Lettland spielenden Alexei Shirov (2710) und dem israelischen Großmeister Tal Baron (2498).
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Schachkolumne Januar 2012
Liebe Freunde des Schachs,
offene Schachturniere, an denen jede und jeder teilnehmen kann, werden zunehmend, um speziell Berufstätigen, die nur wenige Urlaubstage opfern wollen, die Teilnahme zu ermöglichen, so gespielt, dass zwei Partien an einem Tag stattfinden. Das kann im Extremfall bis zu zehn Stunden Turnierschach an einem Tag bedeuten. Dass sich bei solchen Bedingungen Fehler durch Konzentrationsschwächen oder Müdigkeit einstellen können, versteht sich fast von selbst. So erging es Fide-Meister Holger Namyslo beim 24. Staufer-Open in Schwäbisch Gmünd am 4. Januar 2012 in der sechsten Runde. Eine kurze, von beiden Seiten originell gespielte Partie, die leider durch ein grobes Versehen am Schluß entwertet wird. Aber sehen Sie selbst:
FM Holger Namyslo (2213) - IM Hagen Poetsch (2408)
1. e2-e4 Sb8-c6, 2. Sg1-f3 f7-f5,
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In der Diagrammstellung spielte Shirov 42. Tf5xf6
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Schwarz gab daraufhin sofort auf. Warum? Wo er doch nach dem zu erwartenden Zug 42. ...Th6xf6 zunächst in Vorteil zu sein scheint...
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Lösung der Februarkolumne:
Gefunden werden sollte der Zug e4-e5+.
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Geht der schwarze König nach c7, würde Weiß den Turm f6 schlagen und eine Figur mehr haben.
Schlägt Schwarz den Bauern mit Kd6xe5, verwandelt sich der Bauer nach c6-c7 unaufhaltsam in eine Dame.
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3. e4xf5 d7-d5, 4. Lf1-b5 Lc8xf5, 5.
Sf3-e5 Dd8-d6, 6. d2-d4 Sg8-f6, 7. 0-0 (letzter Buchzug bei FRITZ)
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Sf6-d7, 8. Lc1-f4
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(Fritz gibt stattdessen die Variante [8.Sc3 Sdxe5, 9.dxe5 Dg6, 10. Dxd5 a6, 11. Lxc6+ Dxc6, 12. Dxc6+ bxc6] mit Vorteil für Weiß)
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Sc6xe5, 9.
Lf4xe5 Dd6-b6, 10. Lb5xd7+ Ke8xd7, 11.Sb1-c3 e7-e6, 12. b2-b3 Db6-c6, 13.Dd1-f3 Lf8-a3 (droht Lb2), 14. Sc3-a4
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Dc6xc2, 15. Df3-g3 [hier verpaßt Weiß 15. Sc5+ Lxc5, 16. Tac1 Dd2, 17. Txc5 c6 mit Vorteil] Th8-g8, 16.
Sa4-c5+ La3xc5, 17. Ta1-c1 Dc2-d3, 18. Tc1xc5 c7-c6, 19. f2-f3 g7-g5,
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20. Le5-c7 (??) Dd3xd4+ 0:1
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Zuvor war Namyslo am selben Tag folgender Sieg gelungen:
Fuss, Klaus (2099) - Namyslo, Holger (2213) 24. Staufer-Open (5), 04.01.2012
1.g3 e5 2.Lg2 d5 3.d3 Sf6 4.Sc3 c6 5.e4 dxe4 6.Sxe4 Sxe4 7.Lxe4 Lc5 8.c3 0-0 9.Le3 Lxe3 10.fxe3 f5 11.Lg2 f4 12.Sf3 Dd6 13.gxf4 exf4 14.e4 Sd7 15.Db3+ Kh8 16.0-0-0 Sc5 17.Dc2 Lg4 18.d4 Sd7 19.Tde1 Tae8 20.Thg1 Lh5 21.Lh1 c5 22.Tg5 Dh6 23.Tf5 Txf5 24.exf5 Txe1+ 25.Sxe1 f3+ 26.Kb1 De3 27.Sd3 Lg4 28.Sxc5
Aufgabe: Wie konnte er jetzt den vollen Punkt einfahren?
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Lösung der Januar-Aufgabe:
Schwarz hat die Auswahl zwischen De3-e1+ und De3-g1+.
Betrachten wir die Stellung nach De3-e1+:
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Weiß muss die Dame dazwischenziehen:
Dc2-c1. Und nach Lg4xf5+ folgt sofort das Matt.
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Schachkolumne Dezember 2011
Liebe Freunde des Schachs,
wer geglaubt hätte, dass Querelen um die deutsche Schachnationalmannschaft nach dem Gewinn der Goldmedaille bei der Mannschaftseuropameisterschaft ein Ende haben würden, sieht sich getäuscht.
Vor wenigen Tagen hat Herbert Bastian als Präsident des Deutschen Schachbundes den Rauswurf des deutschen Spitzenspielers Arkadij Naiditsch wegen seiner Angriffe auf Bundestrainer Uwe Bönsch aus der Nationalmannschaft bekanntgegeben: http://www.schachbund.de/entry/43
Wie die von allen geforderte Förderung des Breitenschachs ohne Spitzenspieler möglich sein soll, bleibt schleierhaft.
Es darf daran erinnert werden, dass die 2010 bei der Schacholympiade angetretene Nationalmannschaft in der Besetzung GM Rainer Buhmann, Sebastian Bogner, Falko Bindrich, IM Martin Krämer und Niclas Huschenbeth zwar nicht enttäuscht, aber eben auch nur Platz 64 belegt hat.
Betrachten wir die Partie von Arkadij Naiditsch aus der achten Runde der diesjährigen Manschaftseuropameisterschaft vom 10.11.2011 am ersten Brett gegen Azerbaidjan.
Teimour Radjabov (2781) - Arkadij Naiditsch (2720)
1. Sg1-f3 d7-d5, 2. c2-c4 d5-d4, 3. b2-b4 f7-f6, 4. d3-d3 e7-e5,
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5. b4-b5 a7-a6, 6. b5xa6 Sb8xa6, 7. g2-g3 Lf8-b4+, 8. Lc1-d2 Sg8-e7, 9. Lf1-g2 0-0, 10. 0-0 Lc8-d7, 11. Ld2xb4 Sa6xb4, 12. Dd1-b3 Se7-c6,
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13. Sb1-d2 Dd8-e7, 14. Dd3-b2 Ta8-a7, 15. Sd2-b3 Tf8-a8, 16. a2-a3 Sb4-a6, 17. Sf3-e1 Sc6-d8, 18. Se1-c2 Ld7-c6,
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19. f2-f4 Lc6xg2, 20. Kg1xg2 c7-c5, 21. e2-e4 Sd8-f7, 22. Sb3-d2 Sa6-b8, 23. f4-f5 Sb8-d7, 24. g3-g4 De7-d8, 25. Ta1-b1 Dd8-a5, 26. Sd2-f3 Sf7-d6, 27. Kg2-h1 Ta7-a6, 28. Db2-a1 Kg8-h8, 29. g4-g5
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f6xg5, 30. Tf1-g1 h7-h6, 31. h2-h4 g5xh4, 32. Tb1-f1 b7-b5, 33. c4xb5 Da5xb5, 34. Da1-d1 c5-c4, 35. d3xc4 Db5-b7,
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36. Sc2-b4 Ta6xa3, 37. c4-c5 Sd6xe4, 38. c5-c6
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Db7xb4, 39. c6xd7 Db4-b7, 40. Kh1-h2 Ta3-a2+, 41. Tg1-g2 Db7xd7, 42. Sf3xh4 Ta2xg2, 43. Kh2xg2 Se4-f6, 44. Sh4-g6+ Kh8-h7, 45. Sg6xe5 Dd7-d5, 46. Se5-f3 Ta8-a2, 47. Kg2-h1 d4-d3,
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48. Kh1-g1 Dd5-e4, 49. Tf1-f2 De4-e3, 50. Sf3-d2 De3-d4 0:1
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Zu den ehemaligen Nationalspielern zählt auch Leonid Kritz, der 2006 im Stiftskeller der Stadtsparkasse Kaiserslautern folgende aufregende Partie spielte:
Kritz,L (2561) - Kalinitschew,S (2503) [B01] DPMM, Halbfinale, Kreuzberg-Katernberg, 25.03.2006
1.e4 d5 2.exd5 Sf6 3.Sf3 Sxd5 4.d4 g6 5.c4 Sb6 6.h3 Lg7 7.Sc3 0–0 8.Le3 Sc6 9.Dd2 e5 10.d5 Se7 11.g4 f5 12.gxf5 Sxf5 13.Lg5 De8 14.Sb5 Df7 15.Le2 a6 16.Sc3 Sd4 17.Sxd4 Dxf2+ 18.Kd1 exd4 19.Se4 Dg2 20.Kc2 Dxe4+ 21.Ld3 Dxd3+ 22.Kxd3 Lf5+ 23.Ke2 d3+ 24.Kd1 Le4 25.Te1 Sxc4 26.Db4 Lf3+ 27.Kc1 Lxb2+ 28.Kb1 Lxd5 29.Lc1 Tf2 30.Lxb2 d2 31.Lc1
Nach welchem Kraftzug von Schwarz gab Kritz sofort auf?
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Lösung der Aufgabe vom Dezember 2011:
Schwarz konnte fast mit jedem Zug, insbesondere fast jeder Bauernumwandlung, gewinnen. Er spielte aber den stärksten Zug d2-d1D,
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Schachkolumne November 2011
Liebe Freunde des Schachs,
bei der Schacholympiade im Jahr 2000 in Istanbul gelang der deutschen Schachnationalmannschaft in der Besetzung der Großmeister Artur Jussupow, Dr. Robert Hübner, Rustem Dautov, Christopher Lutz, Klaus Bischoff, Thomas Luther eine Silbermedaille. Damals ein großer Erfolg und bis vor kurzem auch der letzte für ein deutsches Schachteam.
Das sollte sich bei der vom 2.-11.11.2011 in Porto Carras (Griechenland) ausgetragenen 18. Europäischen Mannschaftsmeisterschaft 2011 ändern. Das deutsche Team in der Besetzung der Großmeister Arkadij Naiditsch, Georg Meier, Daniel Fridman, Jan Gustafsson und Rainer Buhmann, das von Uwe Bönsch als Bundestrainer und Rustam Kasimdshanov, dem FIDE-Weltmeister 2004 in Tripolis, als Co-Tainer unterstützt wurde, war 10. der Setzliste. Umso überraschender und sensationeller die Goldmedaille vor Aserbaidjan und Ungarn: herzlichen Glückwunsch!
Die deutsche Mannschaft zeigte sich glänzend vorbereitet, eröffnungstheoretisch auf der Höhe der Zeit und hat ein sehr sicheres Schach gespielt, indem insgesamt überhaupt nur zwei Partien im gesamten Turnier verlorengingen. Einem Daniel Fridman z.B. wird die hohe Remisquote in Einzelturnieren häufig zum Vorwurf gemacht; als Mannschaftsspieler ist er so eine tragende Säule. Bemerkenswert ist auch, dass einige wichtige Siegpartien mit Schwarz erfolgten.
Jan Gustafsson bezeichnet den Sieg gegen den Mitfavoriten Ungarn als Zittersieg. Ihm selbst gelang dabei die einzige und damit entscheidende Gewinnpartie:
Jan Gustafsson - Csaba Balogh (Ungarn) 1. d2-d4 d7-d5 2. c2-c4 c7-c6 3. Sb1-c3 d5xc4 4. e2-e3 b7-b5 5. a2-a4 b5-b4 6. Sc3-e4 Dd8-d5 7. Se4-g3 Sg8-f6 8. Lf1-e2 Lb8-a6 9. e3-e4 Sf6xe4 10. Le2-f3 f7-f5 11. Sg1-e2 g7-g6 12. Se2-f4 Dd5-f7 13. 0-0 Se4-g5 14.d4-d5 Lf8-g7 15. d5xc6 Sg5xf3+ 16. Dd1xf3 0-0 17. c6-c7 Sb8-d7 18.Df3-c6 e7-e5 19. Tf1-d1 e5xf4 20. Td1xd7 Df7-f6 21. Dc6-d5+
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woraufhin Kritz aufgab. Hübsch ist das Matt, das nach Te1xd1 entstehen würde: Ld5-e4 mit Matt.
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Weiß kann nur noch einmal den Turm auf d3 dazwischen ziehen.
Kg8-h8 22. Lc1xf4 Ta8-e8 23. Ta1-b1 Df6-e6 24. Dd5xe6 Te8xe6 25. h2-h4
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Tf8-e8 26. Sg3-f1 Te6-e4 27. Td7-d8 Lg7-f6 28. Lf4-g5 Kh8-g7 29. Sf1-e3 Lf6xg5 30. h4xg5 Kg7-f7 31. Se3-d5 b4-b3 32. Td8-d7+ Kf7-f8 33. f2-f3 Te4-d4 34. Td7-d8 Kf8-f7 35. Sd5-b4 Te8xd8 36. c7xd8=D Td4xd8 37. Sb4xa6 Td8-d2 38. Sa6-c7 f5-f4 39. Sc7-b5 Kf7-e6 40. Sb5xa7 Ke6-d5 41. Sa7-b5 Kd5-c5 42. Kg1-h2
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Kc5-b4 43. Sb5-c3 Td2xb2 44. Se3-d5+ Kb4-a3 45. Tb1xb2 Ka3xb2
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46. a4-a5 c4-c3 47. a5-a6 c3-c2 48. a6-a7 c2-c1=D 49. a7-a8=D Dc1-d2 50. Da8-c6 Dd2-e1 51. Dc6-f6+ Kb2-a2 52. Df6xf4
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b3-b2 53. Df4-c4+ Ka2-a3 54. Sd5-c3
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1-0
Die heutige Aufgabe entstammt der Einzelweltmeisterschft der Frauen, die vom 14.-30. November 2011 in Tirana zwischen der Welmeisterin Hifan You (China) und der Herausforderin Humpy Koneru (Indien) ausgetragen wird. Nach sechs Parien führt Hifan You mit 4:2.
Wie setzte sie in der sechsten Partie mit Schwarz ihre Gegnerin matt?
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Hifan You fand den Zug Se4-g3+,
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nach dem Weiß das Matt nicht vermeiden kann. Schlägt Weiß den Springer mit h2xg3, folgt Tf5-h5+,
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Schachkolumne August 2011
Liebe Freunde des Schachs,
zu den relativ schwierigen Schachregeln gehört das Schlagen im Vorüberziehen oder besser auf französisch: das Schlagen "en passant". Diese Regel ist und bleibt eigenartig. Ein vorgerückter Bauer darf einen gegnerischen Bauern schlagen, obwohl das gar nicht möglich zu sein scheint. Dazu muß entweder ein weißer Bauer auf der fünften Reihe stehen oder ein schwarzer auf der vierten Reihe.
Betrachten wir das Schlagen en passant zunächst aus der Perspektive von Weiß: ein beliebiger weißer Bauer (hier e5)
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Kh1-g1 Td2xg2+,
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Kg1-f1 Th5-h1 matt.
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steht auf der fünften Reihe, und ein schwarzer Bauer (hier d7),
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der sich auf einer Linie rechts oder links von der Linie des weißen Bauern befindet, vollzieht den Doppelschritt von der siebten Reihe aus. Dann hat Weiß unmittelbar danach die Möglichkeit den schwarzen Bauern "im Vorübergehen" zu schlagen: e5Xd6 e.p.,
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wobei dann der Bauer d5 aus dem Spiel genommen wird.
Das funktioniert natürlich auch, wenn ein schwarzer Bauer auf der vierten Reihe steht, und ein weißer Bauer mit einem Doppelschritt von der zweiten Reihe aus auf einer Linie unmittelbar rechts oder links daneben an ihm vorbeizieht.
Das Schlagen en passant ist dabei kein Muß. Es darf aber nur unmittelbar nach dem Doppelschritt des gegnerischen Bauern erfolgen. Spielt man zunächst einen anderen Zug, besteht diese Möglichkeit nicht mehr.
Betrachten wir eine reale Partie, die am 23.08. 2011 in Haarlem (Niederlande) gespielt wurde.
BDO Chess Tournament 20.-28. August 2011, 4. Runde
IM Niclas Huschenbeth (*1992), ELO 2521 - GM Maxim Turov (*1979) ELO 2630
1. e2-e4 c7-c6, 2.d2-d4 d7-d5, 3.e4-e5 Lc8-f5, 4.Sg1-f3 e7-e6, 5. Lf1-e2 Sg8-e7, 6.0-0 Lf5-g6, 7.Sb1-d2 Se7-f5, 8.Sd2-b3 Sb8-d7, 9.Lc1-d2 Lf8-e7, 10.g2-g4 Sf5-h4, 11.Sf3Xh4 Le7Xh4, 12. f2-f4
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f7-f5 (ein eigenartiger Zug von Schwarz, der ihm zunächst Schwierigkeiten einbringt),
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13.e5Xf6 e.p. (das Schlagen en passant!)
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Lh4Xf6, 14.g4-g5 Lf6-e7, 15.Le2-g4 Sd7-f8, 16.Dd1-e2 Dd8-d7,
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(Bis hierhin eine exellent gespielte Partie des ehemaligen Deutschen Schachmeisters. Leider verlässt ihn hier etwas der Mut gegen den elostärkeren Gegner. Mit 17. f4-f5
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e6Xf5, 18. Sb3-c5
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Schachkolumne Februar 2011
Liebe Freunde des Schachs,
für die noch nicht so erfahrenen Schachspielerinnen und Schachspieler gehört die Pattregel im Schach zu den merkwürdigsten aller Regeln. Ein am Zug befindlicher Spieler ist dann patt, wenn er keinen den Regeln entsprechenden Zug mehr ausführen kann. Dabei darf der eigene König nicht im Schach stehen. In diesem Augenblick ist die Partie vorüber und endet unentschieden: 0,5:0,5.
Das Materialverhältnis zwischen Weiß und Schwarz spielt dabei keine Rolle.
Wir wollen zunächst eine häufige Schlussstellung im Endspiel mit einem Mehrbauern für Weiß betrachten. Schwarz am Zug ist patt, d.h., die Partie endet mit einem Remis.
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Dd7-d8, 19.Lg4Xf5 Lg6Xf5,
20.Tf1Xf5
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hätte er möglicherweise schon entscheidenden Vorteil erlangen können. Stattdessen beschränkt er sich auf den Gewinn eines eher vergifteten Bauern. Nach dem Abtausch der Schwerfiguren entsteht ein schwer zu haltendes Endspiel für Weiß, weil Schwarz über ein überaus starkes Läuferpaar verfügt.), 17.Ta1-e1
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0-0-0, 18.Lg4Xe6
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Sf8Xe6, 19.De2Xe6 Lg6-e4, 20. De6Xd7+ Kc8Xd7, 21.c2-c3 Td8-e8, 22.Ld2-e3 Le7-d6, 23.Sb3-d2 Le4-f5, 24.Sd2-f3 Te8-e4, 25.Kg1-g2 Th8-e8, 26.Le3-d2 Te4Xe1, 27.Tf1Xe1 Te8Xe1, 28.Sf3Xe1
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Lf5-b1, 29.a2-a3 Kd7-e6, 30.Kg2-f3 Ke6-f5, 31.h2-h3 b7-b6, 32.Ld2-c1 c6-c5, 33.Lc1-d2 (Huschenbeth war in dieser Phase des Spiels in hochgradiger Zeitnot und fand bis zum 40. Zug nicht immer die optimale Fortsetzung) a7-a5, 34.Ld2-c1 c5Xd4, 35.c3Xd4 b6-b5, 36.Lc1-d2 a5-a4, 37.h3-h4 g7-g6, 38.Kf3-g3 Kf5-e4, 39.Ld2-c3
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(der letzte Fehler, nach dem die Partie nicht mehr für Weiß zu retten ist) Ld6Xf4+, 40.Kg3-f2 Lf4-e3+, 41.Kf2-e2 Lb1-a2, 42.Se1-c2 La2-c4+, 43.Ke2-e1 Le3-g1, 44.Sc2-b4 Ke4-f3, 45.Sb4-c6 Lg1-f2+, 46.Ke1-d1 Lf2Xh4, 47.Sc6-e5 Kf3-e4, 48.Se5-f7 Lh4-f2, 49.Kd1-c2 Lc4-b3+, 50.Kc2-d2 Lf2-e3+, 51.Kd2-e1 Ke4-d3, 52.Sf7-e5 Kd3-c2, 53.Se5-f3 Le3-c1
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0:1 (eine Demonstration der Stärke des Läuferpaars)
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Die heutige Aufgabe ist eine schon ältere Endspielstudie von Kling und Horwitz. Weiß spielt in dieser Stellung 1.Lf1-h3+ Ke6-d6; mit welchem raffinierten Manöver kommt Weiß jetzt in Vorteil?
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Bei dieser Aufgabe sollte die Zugfolge 1. Ld7 Kxd7, 2. e8D+ Kxe8, 3. Txh8+ gefunden werden.
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Bereits im 19. Jahrhundert haben findige Menschen herausgefunden, wieviele Züge aus der Ausgangsstellung heraus geschehen müssen, damit ein Patt zustandekommt. Es sind zehn. Auch wenn der Spielverlauf keineswegs vorbildlich ist, entsprechen alle Züge den Schachregeln:
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Schachkolumne Juni 2011
Liebe Freunde des Schachs,
in Basna, einer mittelgroßen Stadt Rumäniens, ging vor wenigen Tagen ein Weltklasseturnier mit einem Elo-Durchschnitt von 2760 zu Ende. Beherrscht wurde es von zwei 1990 geborenen Spielern, Magnus Carlsen (Norwegen) und Sergej Karjakin (Russland), wobei Carlsen knapp durch Wertung das Turnier gewann. Entscheidend war für Carlsen der Gewinn der siebten Partie gegen den Ukrainer Vassily Ivanchuk, der vielleicht in der mittleren Spielphase, als Carlsen für eine ganze Reihe von Zügen knapp an Zeit war, bei mehr als genügender eigener Bedenkzeit zu schnell spielte. Und Carlsens Endspieltechnik grenzt fast an Zauberei. Aber sehen Sie selbst:
5th Kings Tournament, Runde 7
18.06. 2011
Magnus Carlsen (2815) - Vassily Ivanchuk (2776)
1. d2-d4 Sg8-f6, 2. c2-c4 e7-e6, 3. Sg1-f3 d7-d5, 4.Sb1-c3 Lf8-b4, 5. Lc1-g5 Sb8-d7, 6. c4xd5 e6xd5, 7. Dd1-c2 c7-c5
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[c7-c6 wäre ruhiger, aber auch chancenloser im Hinblick auf eigenen Vorteil],
8.d4xc5 h7-h6, 9. Lg5-d2 0-0, 10. e2-e3 Lb4xc5, 11. Ta1-c1 Dd8-e7, 12. Lf1-e2 a7-a6,
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13. Dc2-d3 Sd7-b6, 14. 0-0 Lc8-g4, 15. Sf4-d4 Lg4-d7, 16. Le2-f3 Tf8-e8, 17. b2-b3
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Lc5-a3, 18. Tc1-c2 Ta8-c8, 19. Sc3-e2 Tc8xc2, 20. Dd3xc2 Ld7-e6, 21. Ld2-c1 Te8-c8,
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22. Lc1xa3 De7xa3 [damit steht die schwarze Dame zeitweilig im Abseits], 23. Dd3-d2 Le6-g4, 24. Lf3xg4 Sf6xg4, 25. Sd4-f5 Sg4-f6, 26. h2-h3 Kg8-h7, 27. Dd2-d4 Sb6-d7, 28. Dd4-f4 Sd7-f8, 29. Se2-g3 Sf8-g6, 30. Df4-d4
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Da3-c5, 31. f2-f3 Dc5xd4, 32. Sf5xd4 Sg6-e5, 33. Tf1-d1 g7-g6, 34. Kg1-f2 Kh7-g7, 35. Sg3-e2 Kg7-f8, 36. g2-g4 Se5-c6, 37. Td1-c1 Kf8-e7, 38. h3-h4 Ke7-d6, 39. h4-h5 Sc6-e7, 40. Tc1-h1 g6xh5
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[erste Zeitkontrolle], 41. g4xh5 Tc8-g8, 42. Se2-g3 Tg8-g5, 43. b3-b4 Kd6-d7, 44. Th1-h4 Sf6-e8, 45. Th4-f4 Se8-d6, 46. a2-a4 b7-b6, 47. a4-a5 b6xa5, 48. b4xa5 f7-f5, 49. Tf4-h4 Sd6-c4, 50. f3-f4 Tg5-g4,
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1. e2-e3 a7-a5
2. Dd1-h5 Ta8-a6
3. Dh5xa5 h7-h5
4. Da5xc7 Ta6-h6
5. h2-h4 f7-f6
6. Dc7xd7+ Ke8-f7
7. Dd7xb7 Dd8-d3
8. Db7xb8 Dd3-h7
9. Db8xc8 Kf7-g6
10. Dc8-e6 patt, also unentschieden
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51. Th4-h3 Sc4-d6, 52. Th3-h1 Tg4-g8, 53. Th1-b1 Tg8-a8, 54. Kf2-f3 Kd7-c7, 55. Sd4-e6 Kc7-c8, 56. Se6-c5 Ta8-b8, 57. Tb1xb8 Kc8xb8, 58. Sc5xa6
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Kb8-b7, 59. Sa6-b4 Sd6-c4, 60. a5-a6 Kb7-b6 [zweite Zeitkontrolle], 61. Kf3-e2 Sc4-d6, 62. Ke2-d3 Sd6-b5, 63. Sg3-e2 Kb6-a5, 64. Se2-c3
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Sb5-c7, 65. Sb4xd5 Se7xd5, 66. Sc3xd5 Sc7xd5, 67. a6-a7
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Sd5-c7, 68. Kd3-d4 Ka5-b6, 69. Kd4-e5 Kb6xa7, 70. Ke5xf5 Sc7-d5, 71. Kf5-g6 Sd5xe3, 72. Kg6xh6 1-0
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Die heutige Aufgabe entstammt einer konkret gespielten Partie, in der Weiß den gewinnenden Zug nicht fand und - statt zu gewinnen - sogar noch verlor. Auf Anhieb ist der Zug nicht zu sehen, aber nach einer gewissen Beschäftigung mit der Stellung läßt er sich vielleicht erahnen...
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Lösung der Juni-Aufgabe: es sollte der weiße Zug Dg3Xc7 gefunden werden. Die weiße Dame ist tabu. Würde Schwarz sie schlagen, wird er auf seiner Grundreihe matt werden.
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Schachkolumne März 2011
Liebe Freunde des Schachs,
es ist häufig ein großes Vergnügen, ältere Schachbücher aus vergangenen Zeiten zu lesen. Gelegentlich werden vergriffene Klassiker neu aufgelegt und sind dann genauso frisch wie vor vielen Jahren.
Ein solches Beispiel ist das Buch "Einfälle - Reinfälle. Schach zum Lesen und Lernen. 217 Diagramme mit Fragen und Antworten" von Kurt Richter, das beim Joachim Beyer Verlag, Hollfeld, in vierter erweiterter und überarbeiteter Auflage 2010 erschienen ist. Es findet sich in der Stadtbibliothek Kaiserslautern unter der Signatur Yco1:Richt.
Es ist ein ganz zauberhaftes Buch mit vielen kleinen Anekdoten und Geschichten - vor allem aber mit 217 Denksportaufgaben im Schach, die ab S. 86 alle ausführlich gelöst werden.
Für den Anfänger sind die Aufgaben zunächst sicher noch zu schwer; aber wer im Schach dazulernen möchte, findet dort reichlich Übungsmaterial.
Auf S.61 findet sich Diagramm 152:
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Petrosjan - Simagin
Moskau 1956
"Bei 1.Sf7:? Dd1+! hat Schwarz Dauerschach. Aber was sonst? Petrosjan hatte einen prächtigen Einfall. Welchen?"
Auf S. 101 findet sich die Lösung: "1. Da8+ Kg7 (Ke2, 2. Db7+), 2. Le5+! (Die "Hineinziehung")
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Normalerweise ist mit Pattstellungen erst im Endspiel zu rechnen, wenn sich die Zahl der Figuren stark reduziert hat. Ist ein Patt auch möglich, wenn sich noch alle Figuren im Spiel befinden?
Auch wenn man es kaum für möglich halten möchte, lautet die Antwort: ja, das ist möglich. Auch hier müssen beide Seiten tüchtig mithelfen, damit das funktioniert.
1. a2-a4 c7-c5
2. d2-d4 d7-d6
3. Dd1-d2 e7-e5
4. Dd2-f4 e5-e4
5. h2-h3 Lf8-e7
6. Df4-h2 Le7-h4
7. Ta1-a3 Lc8-e6
8. Ta3-g3 Le6-b3
9. Sb1-d2 Dd8-a5
10. d4-d5 e4-e3
11. c2-c4 f7-f5
12. f2-f3 f5-f4
patt
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2. ...De5:, 3. Dh8!
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Kh8, 4. Sf7:+
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nebst Se5: Schwarz gab auf. Die Lage ist bereinigt, das Fazit ist klar: den Rest der Partie wird das Pferd besorgen. 2. Le5+! war nötig, denn bei sofort 2. Dh8+ hätte Schwarz 2. ... Kg6 erwidern können. Sehr schön!" Dem schließen wir uns an.
Die heutige Aufgabe soll uns auch Kurt Richter stellen. Es ist die Nr. 16 auf S. 14:
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Engelhard - Schulze, Erfurt 1958
"Weiß glaubte an keine unmittelbare Gefahr, da er 1. ... Df1+ (?) mit 2. Dg1 beantworten kann. In Wirklichkeit wird er jedoch unmittelbar Matt. Wie?"
Lösung der März 2011 - Aufgabe:
Schwarz kann die weiße Dame durch ein Turmopfer ablenken, sodass sie nach dem Zug Df1+ nicht mehr auf g1 dazwischenziehen kann. Und das geht mit Tc8-c1+; nach De3xc1 folgt das Matt schnell mit Df7-f1+.
Betrachten wir nach diesen eher irrealen, aber sehr witzigen Partieverläufen eine reale Stellung, die beim Tata Steel Tournament in Wijk aan Zee in der fünften Runde am 20. Januar 2011 zwischen Magnus Carlsen (Norwegen)mit Weiß und Erwin L'Ami (Niederlande) mit Schwarz nach dem 66. Zug von Weiß entstanden war:
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Die Stellung ist im Prinzip für Weiß gewonnen, aber die Sache ist alles andere als trivial. Schwarz bietet mit 66. ... Td7-d2+ seinen Turm als freundliche Gabe an.
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Würde Weiß ihn mit 67. Kc2xd2 nehmen, wäre Schwarz pattgesetzt, also remis.
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Also spielt Weiß 67. Kc2-c1 Td2-d1+
68. Kc1-b2 Td1-d2+
69. Kb2-c3 Td2-d3+
70. Kc3-c4
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Da sich die Serie der Schachgebote mit gleizeitigem Patt, wenn Weiß den schwarzen Turm schlagen würde, nicht endlos fortsetzen lässt, spielte Schwarz hier: 70. ... Td3xe3
Nach
71. Tg5xh5+
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Liebe Freunde des Schachs,
wenn Weltklassegroßmeister an mittelmäßig besetzten Turnieren teilnehmen, ist ihnen zwar meistens ein hohes Preisgeld sicher, sie müssen aber bei jedem Remis einen Abzug von ihrer Wertungszahl, der ELO-Zahl, befürchten.
So erging es auch Michael Adams, der in der deutschen Schachbundesliga für Baden-Baden spielt, bei der Teilnahme an der British Championship 2010, die an der University of Kent in Canterbury gespielt wurde. In der siebten Runde traf er auf GM Gordon, S. J., und es entwickelte sich zunächst keine sehr aufregende Partie.
GM Gordon, S. J. (2534)- GM Adams, Michael (2706)
1. d2-d4 Sg8-f6
2. c2-c4 e7-e6
3. g2-g3 d7-d5
4. Sg1-f3 Lf8-b4+
5. Lc1-d2 Lb4-d6
6. Lf1-g2 c7-c6
7. Dd1-c2 Sb8-d7
8. 0-0 0-0
9. Tf1-d1 Dd8-e7
10. Ld2-g5 h7-h6
11. Lg5xf6 Sd7xf6
12. Sb1-d2 e6-e5
13. d4xe5 Ld6xe5
14. c4xd5 Sf6xd5
15. Sf3xe5 De7xe5
16. Sd2-c4 De5-f6
17. e2-e4 Sd5-b6
18. Sc4-e3 Lc8-e6
19. f2-f4 Ta8-d8
20. f4-f5 Raumvorteil für Weiß
71. ... Kh4-g4
verpasste Carlsen die Gewinnmöglichkeit mit
72. Th5-h4+ Kg4xh4,
73. Sg7-f5+
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73. ... Kh4-g4,
74. Sf5xe3.
Stattdessen zog er
72. Th5-h2?
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was zu einem theoretischen Remisendspiel führte, das er nach siebenstündiger Spielzeit noch recht glücklich gewinnen konnte.
Die heutige Aufgabe beschäftigt sich auch mit dem Patt.
Weiß steht scheinbar aussichtslos, kann aber durch einen geschickten Zug noch das Unentschieden erreichen.
Wie geht das?
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Lösung der Aufgabe vom Februar 2011:
Weiß spielt den scheinbar widersinnigen Zug Se6+. Schlägt Schwarz den Springer mit Se6: ist die Partie sofort vorbei. Der weiße König ist patt.
Ein überraschendes Ende.
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Schachkolumne Januar 2011:
Liebe Freunde des Schachs,
nach allerlei technischen Schwierigkeiten nun wieder - hoffentlich regelmäßig - die Schachkolumne.
Ich möchte heute eine relativ kurze, aber umso spektakulärere Partie vorführen, die am 24.10.2010 beim Pearl Chess Tournament in Nanjing zwischen Magnus Carlsen (Norwegen) und Weselin Topalow (Bulgarien) in der fünften Runde des Superturniers gespielt wurde.
Spanische Eröffnung
Carlsen - Topalow
1. e2-e4 e7-e5
2. Sg1-f3 Sb8-c6
3. Lf1-b5 a7-a6
4. Lb5-a4 Sg8-f6
5. 0-0 Lf8-e7
6. d2-d3 b7-b5
7. La4-b3 d7-d6
8. a2-a4 Ta8-b8
9. a4xb5 a6xb5
10. Sb1-d2 0-0
11. Tf1-e1 Lc8-d7
12. c2-c3 Tb8-a8
13. Ta1xa8 Dd8xa8
14. d3-d4 h7-h6
15. Sd2-f1 Tf8-e8
16. Sf1-g3 Da8-c8
17. Sf3-h4 Le7-f8
18. Sh4-g6
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18. ... Sc6-a5
19. Sg6xf8 Te8xf8
20. Lb3-c2 Tf8-e8
21. f2-f4
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21. ... Ld7-g4
22. Dd1-d3 e5xf4
23. Lc1xf4 Sa5-c4
24. Lf4-c1 c7-c5
25. Te1-f1 c5xd4
26. c3xd4
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26. ... Dc8-d8
27. h2-h3 Lg4-e6
28. b2-b3 Dd8-a5
29. Kg1-h2
[viel stärker als 29. b3xc4 Le6xc4, 30. Dd3-d2 Da5xd2, 31.Lc1xd2 Lc4xf1, 32.Kg1xf1 Te8-a8]
29. ... Sf6-h7
30. e4-e5!
[öffnet die Diagonale d3-h7; viel stärker als b3xc4]
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30. ... g7-g6
31. d4-d5 Sc4-e5
32. d5xe6
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1:0
Weiß gewinnt nach 32. ... Te8xe6 eine Figur. Würde Schwarz mit 32. Se5xd3 die weiße Dame schlagen, wäre die weiße Übermacht nach 33. e6xf7+ Kg8-f8, 34.Lc1xh6+ Kf8-e7, 35. f7xe8D+ Ke7xe8, 36. Lc2xd3 erdrückend.
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Die heutige Aufgabe entstammt einer Partie von mir, die 2009 beim 2. Pfalz Open in Neustadt an der Weinstraße gespielt wurde. Nach wechselseitigen Irrungen und Wirrungen entstand folgende Stellung:
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Der Computer gibt die Gewinnkombination für Schwarz in wenigen Zehntelsekunden an. Am Brett mußte ich als Schwarzer lange rechnen, bis ich mir mit der Kombination ziemlich sicher war. Sehen Sie es auch? Schwarz am Zug.
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Löung der Aufgabe im Januar 2011:
Ich musste am Brett eine gefühlte Ewigkeit rechnen, bis ich mir ziemlich sicher war, wie die Kombination funktioniert.
Die Partie nahm folgendes Ende, das fast zwingend ist.
51. ... Sh4xf3
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52. Ke2xf3 Lh5xg4+
53. Dg1xg4 Th6xh3+
54. Kd3-e2 Th3-e3+
55. Ke2-d2 Dh7-h2+
56. Ld3-e2 f4-f3
57. Tc1-e1 Te3xe2+
58. Te1xe2 Dh2xe2+
59. Kd2-c1 De2-e1+
60. Kc1-c2 f3-f2
0:1
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20. … Le6-c8
21. Se3-g4 Df6-e7
22. f5-f6 g7xf6
23. Sg4xh6+ Kg8-g7
24. Sh6-f5+ Lc8xf5
25. e4xf5 Tf8-e8
26. Td1xd8 Te8xd8
27. Ta1-f1 Td8-d4
28. b2-b3 Sb6-d7
Würde Weiß jetzt Dc2-c3 spielen, stünde die Partie recht ausgeglichen:
Stattdessen schoss er mit 29.Tf1-d1 einen Bock.
Mit welchem raffinierten, aber unspektakulären Zug kommt Schwarz nun klar in Vorteil?
Die Lösung dieser Aufgabe ist der schwarze Zug De7-c5. Wegen des drohenden Doppelschachs durch Td4xd1+ verliert Weiß entscheidend Material.
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Die Schachaufgabe im Monat Februar 2010:
Liebe Freunde des Schachs,
wer das Schachspiel erlernt, wird nach den Grundregeln auch allerlei zur Schachstrategie erlernen, z.B., auf eine schnelle Figurenentwicklung zu achten. Im Spitzenschach scheinen solche strategischen Regeln manchmal nicht zu gelten. Manche Figuren können auch von ihrer Ausgangsposition aus eine optimale Wirkung erzielen. So kürzlich geschehen beim 9. Aeroflot Open 2010 in Moskau, das vom 8. bis zum 19.02.2010 ausgetragen wird und dessen Sieger schon traditionell zum Chess-Meeting nach Dortmund, dem wichtigsten Schachturnier in Deutschland, eingeladen wird. Da trafen in der sechsten Runde am 14.02.2010 der 1988 in Baku geborene Rauf Mamedov, Aserbaidchan, und der derzeit beste deutsche Spieler Arkadij Naiditsch, der 1985 in Riga geboren wurde, aufeinander.
Rauf Mamedov – Arkadij Naiditsch
Schottische Partie
1. e2-e4 e7-e5
2. Sg1-f3 Sb8-c6
3. d2-d4 e5xd4
4. Sf3xd4 Lf8-c5
5. Lc1-e3 Dd8-f6
6. c2-c3 Sg8-e7
7. Lf1-c4 Sc6-e5
8. Lc4-e2 Df6-g6
9. 0-0 d7-d6
10. f2-f4 Dg6xe4
11. Le3-f2 Lc5xd4
12.c3xd4 Se5-g6
13. g2-g3 De4-f5
14. Sb1-c3 d6-d5
15. h2-h4 h7-h5
16. Tf1-e1 c7-c6
(Wichtig, um Weiß das Feld b5 zu nehmen.)
17. Le2-d3 Df5-f6
18. Ld3-e2 Ke8-f8
19. Le2xh5 Se7-f5
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Liebe Freunde des Schachs,
glücklich ist zu schätzen, wer Spaß am Lernen hat – sowohl als Heranwachsender, als auch als Erwachsener. Schach kann man in jedem Lebensalter erlernen. Aber natürlich gilt auch hier: je früher, desto besser.
So war beim 2. Pfalz Open 2009 in Neustadt an der Weinstraße die 1999 geborene Paula Wiesner eine der interessantesten Erscheinungen. Sie trat damals als amtierende badische Meisterin der unter Zehnjährigen an und erreichte, wenn auch teilweise aufgrund besonderer Umstände, ein beeindruckendes Resultat.
In der vierten Runde der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften vom 22.05. – 30.05. 2010 in Oberhof/Thüringen spielte sie mit Schwarz in der Gruppe U12 folgende Partie:
Florian Schmekel (1523) – Paula Wiesner (1863)
1. d2 – d4 d7 – d5
2. c2 – c4 e7 – e6
3. Sb1 – c3 Lf8 – e7
4. Sg1 – f3 c7 – c6
5. c4 X d5 e6 X d5
6. Lc1 – f4 Lc8 – f5
7. e2 – e3 Sg8 – f6
8. Lf1 – d3 Lf5 X d3
9. Dd1 X d3 Sb8 – d7
10. 0 – 0 0 – 0
11. Ta1 – b1 a7 – a5
12. a2 – a3 a5 – a4
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13. Dd3 – c2 Dd8 – a5
14. b2 – b4 a4 X b3 e.p.
15. Tb1 X b3 b7 – b5
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16. Sc3 – b1 Tf8 – c8
17. Tb3 – c3 Da5 – a4
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Variante: 17. … c5
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18. dXc5 Se4, 19. Td3 LXc5, 20. Db2 mit leichtem Vorteil für Schwarz.
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18. Dc2 – c1 ...
18. Df5 mit ungefähr gleichem Spiel. Jetzt wendet sich das Blatt zugunsten von Schwarz
18. Ta8 – a6
19. Dc1 – b2 Sd7 – b6
20. Sf3 – e5 Sb6 – c4
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21. Se5Xc4 d5Xc4
22. f2 – f3 ...
22. Lg5 wäre etwas besser gewesen.
22. … Sf6 – h5
Hier wäre Sd5 genauer.
23. Lf4 – g3 Sh5 X g3
24. h2Xg3 Le7 – f6
25. g3 – g4 ...
25. Sd2 wäre stärker.
25. ... c6 – c5
26. Db2 – f2 Tc8 – d8
27. Df2 – d2 c5 X d4
28. e4 X d4 Lf6 X d4+
29. Kg1 – h1 ...
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29. … Ld4 – f6
30. Tc3 – e3 h7 – h6
31. Dd2 – e2 Ta6 – a8
32. Sb1 – d2 Da4 – c2
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Statt Dc2 wäre Ld4, Te4 c3 noch stärker gewesen:
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33. Sd2 – e4 Dc2 X e2
34. Te3 X e2 Ta8 X a3
35. Se4 X f6+ g7 X f6
36. Te2 – b2 ...
Hier wäre Tf1 – b1 etwas stärker gewesen.
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(Druck auf den isolierten Bauern d4)
20. Lh5-g4 Sg6xh4
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36. … c4 – c3
37. Tb2 X b5 c3 – c2
38. Tb5 – c5 Td8 – d1
39. Kh1 – g1 Td1 X f1+
40. Kg1 X f1 Ta3 – a1+
0:1
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Aufgabe:
Im 29. Zug hätte Paula die Partie schneller entscheiden können. Wie?
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Lösung der Mai-Aufgabe:
Nach Ta6-h6+ hätte Paula sofort gewonnen.
Weiß kann das Matt nur durch ein Damenopfer, Dd2xh6 verhindern
und steht auf Verlust.
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Schachkolumne März/April 2010
Liebe Freunde des Schachs,
vom 1. bis zum 5. April 2010 fand in Deizisau (Region Stuttgart) das 14. Internationale Neckar-Open statt.
Favorisiert war der deutsche Spitzenspieler Arkadij Naiditsch, der fünf Runden lang souverän führte, dann eine Partie verlor und die restlichen drei Partien remis spielte. Das reichte für ihn leider nur zum 14. Platz – noch hinter dem am Ende neunt-platzierten Internationalen Meister Twan Burg (*1990) aus den Niederlanden, der insgesamt sieben Partien gewann und zwei verlor. Eine dieser Niederlagen war eine regelrechte Zertrümmerung gegen Arkadij Naiditsch in der vierten Runde. Und das Ganze nach einer beschaulich aussehenden Eröffnung.
14.Int. Neckar-Open Deizisau, Runde 4 gespielt am 03.04.2010:
IM Twan Burg – GM Arkadij Naiditsch
1. e2-e4 e7-e5
2.Sg1-f3 Sb8-c6
3.Sb1-c3 Sg8-f6
4. d2-d4 e5Xd4
5.Sf3Xd4 Lf8-b4
6.Sd4Xc6 b7Xc6
7.Lf1-d3 d7-d6
8. 0-0 Sf6-g4
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Schwarz lässt aggressive Absichten erahnen. Ob sich Weiß nach dem natürlichen Zug 9. h2-h3 vor 9. … Sg4-e5 fürchtete?
Nach dem von Weiß gewählten Zug wird die Partie kompliziert, und Schwarz scheint schon besser zu stehen:
9.Ld3-e2 Dd8-h4
10.Lc1-f4 h7-h5 (!)
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Sicher besser als 10. … 0-0, 11. Lf4-e3 Dh4-g5, 12. Sc3-a4 mit relativem Ausgleich.
11.Dd1-d3 Dh4-f6
12.Dd3-c4 Lb4Xc3
13.Dc4Xc6+
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Verführerisch, aber 13. Dc4Xc3 hätte eher Ausgleich ermöglicht, aber Weiß will mehr.
13.… Ke8-e7
14.Dc6Xa8 Lc3Xb2
15.Ta1-b1 Df6Xf4
16.g2-g3 Df4-e5
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In dieser Stellung hätte 17. Da8Xa7 Chancen für Weiß bewahrt. Statt dessen spielt er:
17.c2-c3
Wohl darauf hoffend, dass Schwarz mit der Dame oder dem Läufer auf c3 schlägt. Es folgt eine unangenehme Überraschung:
17.… Sg4Xh2 !
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17.Tf1-d1 h5-h4
18.Tb1Xb2 h4Xg3
19.Da8Xa7 g3Xf2+
20.Da7Xf2 Th8-h6
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21.Df2-e3 Th6-h3
22.De3-f2 De5-g5+
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21. g3xh4 Df6-g6
22. Dd1-e2 Lc8-e6
23. Kg1-f1 Sf5xh4
24. Lf2xh4 Th8xh4
25. f4-f5 Dg6-g5
26. f5xe6 Th4xg4
27. De2-h2??
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An dieser Stelle gab Weiß die Partie auf. (0:1)
In wenigen Zügen folgt das Matt.
Die heutige Aufgabe entstammt der berühmten „Unsterblichen Partie“ zwischen Anderssen und Kieseritzky, London 1851.
Weiß hat bereits 2 Türme und eine Figur geopfert und setzt jetzt in zwei Zügen, beginnend mit einem Damenopfer, matt.
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Auflösung der Aufgabe im April:
In der Unsterblichen Partie opferte Weiß zunächst die Dame mit Df3 – f6
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Schwarz muss mit dem Springer die Dame schlagen und ermöglicht damit das Matt mit dem Läufer:
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Ld6 – e7 Matt.
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27. … Dg5-f5+
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0-1
(Z.B. 28. Dh2-f2 Th4-f4
29. e6-e7+ Kf8-e8
mit großem Vorteil für Schwarz)
Aufgabe:
Mit welchem Zug hätte Weiß im 27. Zug das Remis erreichen können?
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Hier kommt die Lösung:
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Lösung der Aufgabe vom Februar:
Der gesuchte Zug war 27. De2-e5. Danach bleibt Schwarz nichts anderes übrig, als durch 27. … Tg4-g1+, 28. Kf1-e2 Tg1-g2+, 29. Ke2-f1 usw. in das Remis durch Dauerschach einzuwilligen.
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Die Schachaufgabe im Monat Januar 2010:
Liebe Freunde des Schachs,
Schach ist nun wirklich kein Glücksspiel. Und trotzdem spielt das Glück bei der Entscheidung von Schachpartien bisweilen eine gewisse Rolle, weil kein Mensch (und vermutlich auch kein Computer) wirklich alle Varianten, die sich in einer Partie ergeben können, berechnen kann. Bei begrenzter Bedenkzeit müssen manche Züge intuitiv gespielt werden. Wer im Schach gewinnen will, wird das Risiko der eigenen Niederlage auf sich nehmen müssen. So erging es auch dem am 31. Mai 1994 (also noch Fünfzehnjährigen) geborenen polnischen Großmeister Darius Swiercz mit Schwarz in der vierten Runde der vom 9.-17. Januar 2010 stattfindenden polnischen Landesmeisterschaft gegen den mit Weiß spielenden Weltklassespieler Michal Krasenkow. Gespielt wurde diese Partie am 12.01. 2010.
Michal Krasenkow – Darius Swiercz
1.d2-d4 Sg8-f6
2.c2-c4 g7-g6
3.Sb1-c3 d7-d5
4.c4Xd5 Sf6Xd5
5.e2-e4 Sd5Xc3
6.b2Xc3 Lf8-g7
7.Lf1-c4 c7-c5
8.Sg1-e2 0-0
9.0-0 Sb8-c6
10.Lc1-e3 Lc8-d7
11.Ta1-b1 Dd8-c7
12.Le3-f4 Dc7-c8
13.d4-d5 Sc6-a5
14.Lc4-d3 e7-e5
15.Lf4-e3 c5-c4
16.Ld3-c2 b7-b6
17.Dd1-d2 Sa5-b7
18.f2-f4 e5Xf4
19.Le3Xf4 Dc8-c5+
20.Kg1-h1 Ta8-e8
21.Se2-d4 Sb7-d6
Angriff auf den Bauern e4.
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22.Tb1-e1 f7-f6
23.h2-h4 b7-b5
24.h4-h5 a7-a5
25.h5-h6 Lg7-h8
26.Sd4-e6 …
Der Computer empfiehlt Df2 und diagnostiziert nach dem geschehenen Zug einen leichten Vorteil für Schwarz, der aber nur schwer zu konkretisieren ist.
26.… Ld7Xe6
27.d5Xe6 Te8Xe6
28.Dd2-d5 Dc5Xd5
29.e4Xd5 …
Jetzt hätte Te8Xe1, Tf1Xe1 Sd6-f7 einen mikroskopisch kleinen Vorteil für Schwarz bewahrt. Der junge Großmeister geht ein hohes Risiko ein und opfert die Qualität:
29.… Te6-e5 !?
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30.Lf4Xe5 f6Xe5
31.Tf1Xf8+ Kg8Xf8
32.a2-a4 …
Der Computer empfiehlt g2-g4. Die Partie nimmt an Dramatik zu.
32.… b5Xa4
33.Te1-b1 a4-a3
34.Tb1-b8+ Kf8-e7
Weiß kann jetzt nicht Tb8Xh8 wegen a3-a2 mit Bauernumwandlung spielen. Also:
35. Lc2-b1 Lh8-f6
36. Tb8-a8 Sd6-b5
37. Lb1-a2 Sb5Xc3
38. La2Xc4 a5-a4
39. Ta8-a7 Ke7-e8 (?)
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Zwei Züge vor der Zeitkontrolle dann doch noch der entscheidende Fehler von Schwarz. Mit Ke7-d6 hätte er Vorteil bewahren können. Nun verliert er:
40.d5-d6! a3-a2
41.Lc4-f7+ Ke8-f8
42.Lf7-e6 …
Mit Mattdrohung nach Ta7-a8.
42.… a2-a1D+
43.Kh1-h2 Kf8-e8
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Nun würde 44.Ta7-a8+ nach Lf6-d8 für Weiß sogar verlieren. Aber welcher phantastische Zug von Weiß gewinnt jetzt zwingend? Ein Tipp: mit ihm droht das Matt von der rechten Seite.
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Auflösung der Aufgabe vom Januar:
44. Tg7 droht unmittelbar Matt.
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44. … Lxg7
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45. hxg7
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45. … Df1
46. g8D + Df8
47. d7+
1-0
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Die Schachaufgabe im Monat Dezember 2009:
Liebe Freunde des Schachs,
die in jeder Hinsicht empfehlenswerte Stadtbibliothek Kaiserslautern verfügt auch über eine kleine, aber durchaus feine - nichtsdestotrotz vielleicht trotzdem weiter zu erweiternde?! - Schachbuchabteilung. Die Benutzerinnen und Benutzer müssen dabei aufpassen: ein Teil steht im Untergeschoß, das eher für die Erwachsenen gedacht ist; der andere Teil findet sich in der Kinder- und Jugendbuchabteilung.
Als ich dort kürzlich gestöbert habe, fand ich unter der Signatur Yco 1: Schach ein Schneider-Buch: Disney's SCHACHBUCH von Anatoli Karpow. Das Buch scheint mir insgesamt empfehlenswert zu sein, aber wie verhält es sich mit einer Anfrage, die mir kritische Zeitgenossen gelegentlich stellen: Schach sei doch ein kriegerisches Spiel? Da wird auf S.32 das Schachbrett als „Schlachtfeld“ bezeichnet, „Armeen“ treten gegeneinander an, der König sei der „Befehlshaber“, Türme bildeten die „Festung“ jeder Armee, Bauern das „Fußvolk“. Figuren werden „angegriffen“ oder „geschlagen“, „gefesselt“ oder „aufgespießt“. Es werden „Fallen“ gestellt oder ein „ersticktes“ Matt gegeben. Alles in allem also eine sehr gewaltsame Sprache.
Und wenn auf S.112 eine von Napoleon im Exil auf St. Helena 1818 gespielte Partie vorgestellt wird, könnte der Eindruck entstehen, er habe seine Schlachten aufgrund überlegener Schachstrategie gewonnen. Dem wird sicher nicht so sein.
Die Schachsprache versucht lediglich, mit anschaulichen Bildern die abstrakten Vorgänge auf dem Brett besser begreifbar zu machen. Keine Schachfigur erleidet Schmerzen oder den Tod. Schachspielerinnen und Schachspieler gehen bei diesem Denksport meistens friedlich und freundlich miteinander um.
Diese Partie Napoleons mit Weiß gegen General Bertrand kann man auch heute noch mit einigem Genuß nachspielen:
1.Sg1-f3 Sb8-c6
2.e2-e4 e7-e5
3.d2-d4 Sc6Xd4
4.Sf3Xd4 e5Xd4
5.Lf1-c4 Lf8-c5
6.c2-c3 Dd8-e7
7.0-0 De7-e5
8.f2-f4 d4Xc3+
9.Kg1-h1 c3Xb2
10.Lc4Xf7+ Ke8-d8
11.f4Xe5 b2Xa1D
12.Lf7Xg8 Lc5-e7
13.Dd1-b3 a7-a5
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(der entscheidende Fehler; besser wäre Da1Xe5 mit Vorteil für Schwarz)
14.Tf1-f8+ (ein Ablenkungsopfer, das Matt ist jetzt zwingend)
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14.... Le7Xf8
15.Lc1-g5+ Lf8-e7
16.Lg5Xe7+ Kd8Xe7
17.Db3-f7+ Ke7-d8
18.Df7-f8#
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Die heutige Aufgabe stammt aus einer Partie des kürzlich verstorbenen und schon zu Lebzeiten legendären Ex-Schachweltweister Bobby Fischer. Im oben erwähnten Disney's Schachbuch von Anatoli Karpow findet man die ganze Partie auf S. 114.
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Beginnend mit welchem Zug setzt Weiß in spätestens drei Zügen matt?
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Hier kommt die Lösung der Dezemberfrage:
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Die Lösung kommt jetzt gleich:
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Fischer spielte 1. Dh6Xh7+ Kg8Xh7
2.h5Xg6+ Kh7Xg6
3.Lg2-e4#
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Die Schachaufgabe im Monat November 2009:
Liebe Freunde des Schachs!
Schachturniere benötigen einen Ort – und den zu finden ist nicht immer einfach.
2008 wurde in der Pfalz, genauer in Neustadt an der Weinstraße im Ortsteil Böbig,
ein neues internationales Schachturnier etabliert, das Pfalz Open. Es fand im Neustadter Brauhaus statt, das ein sehr gemütliches, vielleicht nicht immer zu sportlichen Höchstleistungen anregendes Ambiente bot. Strahlender Sieger war der polnische Groß-
meister Tomasz Markowski mit 7,5 Punkten aus 9 Runden.
2009 zog das Turnier in Räumlichkeiten des Meininger Verlages um, die eher eine betriebsame Atmosphäre vermittelten. Diesmal siegte der schon 2008 favorisierte niederländische Großmeister Sergej Tiviakov, der amtierende Schacheuropameister.
Im Februar 2010 hätte nun das dritte Pfalz Open in neu umgebauten Räumlichkeiten des Hambacher Schlosses stattfinden sollen., die aber noch nicht fertig sind, so dass das Turnier leider ganz ausfallen wird und erst 2011 wieder stattfinden soll.
In der ersten Runde des 1. Pfalz Open spielte ich mit Weiß folgende Partie:
1.d2-d4 d7-d5
2.Sg1-f3 e7-e6
3.c2-c4 c7-c6
4.Sb1-c3 f7-f5
5.Lc1-g5 Sg8-f6
6.e2-e3 Lf8-d6
7.Lf1-d3 Sb8-d7
8.c4-c5 Ld6-c7
9.b2-b4 0-0
10.0-0 Dd8-e8
11.b4-b5 Sf6-g4
12.b5Xc6 b7Xc6
13.Dd1-a4 Sd7-f6
14.Lg5-f4 e6-e5
15.d4Xe5 Sg4Xe5
16.Sf3Xe5 Lc7Xe5
17.Tf1-c1 Le5Xf4
18.Da4Xf4 Sf6-e4
19.Sc3-e2 a7-a5
20.Se2-d4 Ta8-a7
21.Ta1-b1 g7-g5
22.Df4-b8 De8-d7
23.Ld3Xe4 f5Xe4
24.Sd4Xc6 Ta7-c7
25.Sc6-d4 Lc8-a6
26.c5-c6 Tf8Xb8
27.c6Xd7 (siehe Diagramm)
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Schwarz steht hier schon auf Verlust. Spielt er Kg7, folgt die Springergabel Se6+; auf Tb8Xb1 folgt d7-d8D+ und auf Tc7Xc1+ folgt einfach Tb1Xc1 mit Gewinn, weil der Springer d4 über e6 immer das Umwandlungsfeld d8 beherrscht. Relativ am besten war der von Schwarz gemachte Zug:
27... Kg8-f7
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Wie kommt Weiß jetzt entscheidend in Vorteil?
Es ist ein in der Praxis selten vorkommender Zug.
Auflösung kommenden Monat
Holger Haase
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ACHTUNG:
JETZT KOMMT DIE LÖSUNG DIESER AUFGABE:
VORSICHT -
NICHT WEITERLESEN, WENN NOCH GEDACHT WERDEN SOLL
Wie gesagt, jetzt kommt die Lösung:
noch eine Chance:
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LÖSUNG
Weiß spielt 28. d7-d8S+ und hat dann eine Figur mehr, was zum Gewinn genügen sollte.
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