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»In dieser Rubrik wird Holger Haase in etwa monatlichen Abständen Schachpartien darstellen.
Vielleicht kommt irgendwann auch eine Schachgruppe an der Apostelkirche Kaiserslautern zustande.«
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Offener Schachtreff
in der Kapelle der Apostelkirche (Eingang Spitalstraße)
Mittwoch, 13. Oktober, einmal im Monat
im Zeitraum von 18.00 – 21.00 Uhr
Anfänger mit Regelkenntnissen und Fortgeschrittene
mit Holger Haase
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Liebe Freunde des Schachs,
wenn Weltklassegroßmeister an mittelmäßig besetzten Turnieren teilnehmen, ist ihnen zwar meistens ein hohes Preisgeld sicher, sie müssen aber bei jedem Remis einen Abzug von ihrer Wertungszahl, der ELO-Zahl, befürchten.
So erging es auch Michael Adams, der in der deutschen Schachbundesliga für Baden-Baden spielt, bei der Teilnahme an der British Championship 2010, die an der University of Kent in Canterbury gespielt wurde. In der siebten Runde traf er auf GM Gordon, S. J., und es entwickelte sich zunächst keine sehr aufregende Partie.
GM Gordon, S. J. (2534)- GM Adams, Michael (2706)
1. d2-d4 Sg8-f6
2. c2-c4 e7-e6
3. g2-g3 d7-d5
4. Sg1-f3 Lf8-b4+
5. Lc1-d2 Lb4-d6
6. Lf1-g2 c7-c6
7. Dd1-c2 Sb8-d7
8. 0-0 0-0
9. Tf1-d1 Dd8-e7
10. Ld2-g5 h7-h6
11. Lg5xf6 Sd7xf6
12. Sb1-d2 e6-e5
13. d4xe5 Ld6xe5
14. c4xd5 Sf6xd5
15. Sf3xe5 De7xe5
16. Sd2-c4 De5-f6
17. e2-e4 Sd5-b6
18. Sc4-e3 Lc8-e6
19. f2-f4 Ta8-d8
20. f4-f5 Raumvorteil für Weiß
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20. … Le6-c8
21. Se3-g4 Df6-e7
22. f5-f6 g7xf6
23. Sg4xh6+ Kg8-g7
24. Sh6-f5+ Lc8xf5
25. e4xf5 Tf8-e8
26. Td1xd8 Te8xd8
27. Ta1-f1 Td8-d4
28. b2-b3 Sb6-d7
Würde Weiß jetzt Dc2-c3 spielen, stünde die Partie recht ausgeglichen:
Stattdessen schoss er mit 29.Tf1-d1 einen Bock.
Mit welchem raffinierten, aber unspektakulären Zug kommt Schwarz nun klar in Vorteil?
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Liebe Freunde des Schachs,
glücklich ist zu schätzen, wer Spaß am Lernen hat – sowohl als Heranwachsender, als auch als Erwachsener. Schach kann man in jedem Lebensalter erlernen. Aber natürlich gilt auch hier: je früher, desto besser.
So war beim 2. Pfalz Open 2009 in Neustadt an der Weinstraße die 1999 geborene Paula Wiesner eine der interessantesten Erscheinungen. Sie trat damals als amtierende badische Meisterin der unter Zehnjährigen an und erreichte, wenn auch teilweise aufgrund besonderer Umstände, ein beeindruckendes Resultat.
In der vierten Runde der Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften vom 22.05. – 30.05. 2010 in Oberhof/Thüringen spielte sie mit Schwarz in der Gruppe U12 folgende Partie:
Florian Schmekel (1523) – Paula Wiesner (1863)
1. d2 – d4 d7 – d5
2. c2 – c4 e7 – e6
3. Sb1 – c3 Lf8 – e7
4. Sg1 – f3 c7 – c6
5. c4 X d5 e6 X d5
6. Lc1 – f4 Lc8 – f5
7. e2 – e3 Sg8 – f6
8. Lf1 – d3 Lf5 X d3
9. Dd1 X d3 Sb8 – d7
10. 0 – 0 0 – 0
11. Ta1 – b1 a7 – a5
12. a2 – a3 a5 – a4
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13. Dd3 – c2 Dd8 – a5
14. b2 – b4 a4 X b3 e.p.
15. Tb1 X b3 b7 – b5
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16. Sc3 – b1 Tf8 – c8
17. Tb3 – c3 Da5 – a4
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Variante: 17. … c5
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18. dXc5 Se4, 19. Td3 LXc5, 20. Db2 mit leichtem Vorteil für Schwarz.
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18. Dc2 – c1 ...
18. Df5 mit ungefähr gleichem Spiel. Jetzt wendet sich das Blatt zugunsten von Schwarz
18. Ta8 – a6
19. Dc1 – b2 Sd7 – b6
20. Sf3 – e5 Sb6 – c4
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21. Se5Xc4 d5Xc4
22. f2 – f3 ...
22. Lg5 wäre etwas besser gewesen.
22. … Sf6 – h5
Hier wäre Sd5 genauer.
23. Lf4 – g3 Sh5 X g3
24. h2Xg3 Le7 – f6
25. g3 – g4 ...
25. Sd2 wäre stärker.
25. ... c6 – c5
26. Db2 – f2 Tc8 – d8
27. Df2 – d2 c5 X d4
28. e4 X d4 Lf6 X d4+
29. Kg1 – h1 ...
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29. … Ld4 – f6
30. Tc3 – e3 h7 – h6
31. Dd2 – e2 Ta6 – a8
32. Sb1 – d2 Da4 – c2
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Statt Dc2 wäre Ld4, Te4 c3 noch stärker gewesen:
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33. Sd2 – e4 Dc2 X e2
34. Te3 X e2 Ta8 X a3
35. Se4 X f6+ g7 X f6
36. Te2 – b2 ...
Hier wäre Tf1 – b1 etwas stärker gewesen.
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36. … c4 – c3
37. Tb2 X b5 c3 – c2
38. Tb5 – c5 Td8 – d1
39. Kh1 – g1 Td1 X f1+
40. Kg1 X f1 Ta3 – a1+
0:1
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Aufgabe:
Im 29. Zug hätte Paula die Partie schneller entscheiden können. Wie?
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Lösung der Mai-Aufgabe:
Nach Ta6-h6+ hätte Paula sofort gewonnen.
Weiß kann das Matt nur durch ein Damenopfer, Dd2xh6 verhindern
und steht auf Verlust.
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Schachkolumne März/April 2010
Liebe Freunde des Schachs,
vom 1. bis zum 5. April 2010 fand in Deizisau (Region Stuttgart) das 14. Internationale Neckar-Open statt.
Favorisiert war der deutsche Spitzenspieler Arkadij Naiditsch, der fünf Runden lang souverän führte, dann eine Partie verlor und die restlichen drei Partien remis spielte. Das reichte für ihn leider nur zum 14. Platz – noch hinter dem am Ende neunt-platzierten Internationalen Meister Twan Burg (*1990) aus den Niederlanden, der insgesamt sieben Partien gewann und zwei verlor. Eine dieser Niederlagen war eine regelrechte Zertrümmerung gegen Arkadij Naiditsch in der vierten Runde. Und das Ganze nach einer beschaulich aussehenden Eröffnung.
14.Int. Neckar-Open Deizisau, Runde 4 gespielt am 03.04.2010:
IM Twan Burg – GM Arkadij Naiditsch
1. e2-e4 e7-e5
2.Sg1-f3 Sb8-c6
3.Sb1-c3 Sg8-f6
4. d2-d4 e5Xd4
5.Sf3Xd4 Lf8-b4
6.Sd4Xc6 b7Xc6
7.Lf1-d3 d7-d6
8. 0-0 Sf6-g4
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Schwarz lässt aggressive Absichten erahnen. Ob sich Weiß nach dem natürlichen Zug 9. h2-h3 vor 9. … Sg4-e5 fürchtete?
Nach dem von Weiß gewählten Zug wird die Partie kompliziert, und Schwarz scheint schon besser zu stehen:
9.Ld3-e2 Dd8-h4
10.Lc1-f4 h7-h5 (!)
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Sicher besser als 10. … 0-0, 11. Lf4-e3 Dh4-g5, 12. Sc3-a4 mit relativem Ausgleich.
11.Dd1-d3 Dh4-f6
12.Dd3-c4 Lb4Xc3
13.Dc4Xc6+
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Verführerisch, aber 13. Dc4Xc3 hätte eher Ausgleich ermöglicht, aber Weiß will mehr.
13.… Ke8-e7
14.Dc6Xa8 Lc3Xb2
15.Ta1-b1 Df6Xf4
16.g2-g3 Df4-e5
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In dieser Stellung hätte 17. Da8Xa7 Chancen für Weiß bewahrt. Statt dessen spielt er:
17.c2-c3
Wohl darauf hoffend, dass Schwarz mit der Dame oder dem Läufer auf c3 schlägt. Es folgt eine unangenehme Überraschung:
17.… Sg4Xh2 !
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17.Tf1-d1 h5-h4
18.Tb1Xb2 h4Xg3
19.Da8Xa7 g3Xf2+
20.Da7Xf2 Th8-h6
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21.Df2-e3 Th6-h3
22.De3-f2 De5-g5+
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An dieser Stelle gab Weiß die Partie auf. (0:1)
In wenigen Zügen folgt das Matt.
Die heutige Aufgabe entstammt der berühmten „Unsterblichen Partie“ zwischen Anderssen und Kieseritzky, London 1851.
Weiß hat bereits 2 Türme und eine Figur geopfert und setzt jetzt in zwei Zügen, beginnend mit einem Damenopfer, matt.
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Auflösung der Aufgabe im April:
In der Unsterblichen Partie opferte Weiß zunächst die Dame mit Df3 – f6
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Schwarz muss mit dem Springer die Dame schlagen und ermöglicht damit das Matt mit dem Läufer:
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Ld6 – e7 Matt.
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