Das Kirchenjahr
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Ein Foto aus einer leerstehenden Papierfabrik:
Ein Herz und eine Himmelsleiter.
Eine Himmelsleiter für Arme sozusagen.
Eine Himmelsleiter für Kleingläubige.
Mit unseren Bemühungen um das Weihnachtsfest
kommen wir oft auch nicht weiter als diese Leiter
an der Zimmerwand.
Das macht aber nichts,
denn Gott kommt zu uns.
Ihm liegt an uns.
Mehr braucht es nicht.
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Gedanken zum Reformationstag - 31. Oktober
In einem Brief vom 8. Juli 1530 schrieb Luther an Lazarus Spengler, die Lutherrose sei
„ein Merkzeichen meiner Theologie. Das erst sollt ein Kreuz sein, schwarz im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte, damit ich mir selbs Erinnerung gäbe, daß der Glaube an den Gekreuzigten uns selig machet. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht. Ob’s nun wohl ein schwarz Kreuz ist, mortifizieret und soll auch wehe tun, dennoch läßt es das Herz in seiner Farbe, verderbt die Natur nicht, das ist, es tötet nicht, sondern erhält lebendig … Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rosen stehen, anzuzeigen, daß der Glaube Freude, Trost und Friede gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose stehet im himmelfarben Felde, daß solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlische Freude zukünftig, jetzt wohl schon drinnen begriffen und durch Hoffnung gefasset, aber noch nicht offenbar. Und in solch Feld einen goldenen Ring, daß solch Seligkeit im Himmel ewig währet und kein Ende hat und auch köstlich über alle Freude und Güter, wie das Gold das höchste, köstlichste Erz ist.“
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Gedanken zum Erntedankfest 2011
Der Altar ist geschmückt.
Die Kirche wartet auf die Gottesdienstbesucher.
Der Blick fällt auf leere Bänke.
Ganz klein da oben ein bunter Farbfleck.
Da liegt so vieles an Obst und Gemüse –
aber auf dem Bild ist ihre Pracht nicht zu erkennen.
Hoffentlich ist unsere Sicht auf unser Lebens eine andere.
Hoffentlich sehen wir die Schätze, mit denen uns Gott beschenkt hat, deutlicher.
Sonst können wir nicht danken.
Pfarrerin Susanne Wildberger
Photos: Tobias Naumann
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Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.
(Psalm 145,15)
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Wunschzettel für das Neue Jahr
- Dem lieben Gott einen Tag stehlen
- Bologna im Frühling
- Wenn Ärger, dann Ärger
- Eine Hoffnung aufrecht erhalten, auch wenn man sie mir lächerlich zu machen versucht
- Nicht heiter sein müssen, wenn mir nicht danach zumute ist
- Einer Schnake das Leben retten
- Auf Komplizen verzichten
- Wieder einmal erleben, wie nach und nach aus einem Nein ein Ja wird
- An etwas denken, woran noch niemand gedacht hat
- Einen Beweis schuldig bleiben dürfen
- Zu gestehen, keine Geduld mehr zu haben
- Es nicht auf die richtige Dosierung ankommen lassen
- Das mit dem Feigenblatt sein lassen
- Ein Fest, von mir erfunden
- Aufhören danach zu fragen, ob sich das gehört
- Nicht das Beste eines anderen wollen
- Zusehen wie eine Farbe gemächlich verblasst
- Den Augenblick nutzen, um etwas im Leben umzuräumen
- Eine Unbeholfenheit zugeben
- Erfahren, dass Angst das ist, was nicht täuscht
- Mit einem Psychologen zusammen das 7. Kapitel im Römerbrief lesen
- Einen Traum wahr werden lassen
- Der Abriss der Mauer zwischen Palästina und Israel
- Etwas Tapferes tun, ohne sich als Held vorzukommen
- Sich mit Peter Handke über Serbien unterhalten
- Einen Wink verstehen. Einen Blick
- Gnädig gewesen zu sein, ohne es zu wissen
- Eine vergebene Chance wieder bekommen
- Lernen, was lebenslänglich heisst
- Aufgeben, endgültig, mehr sein zu wollen
- Ohne Gewissensbisse bis zum Äussersten gehen zu können
- Meinen Gewohnheiten ein Schnippchen schlagen
- Auf einer Schulter Wasser tragen
- Etwas, was schon lange verlorenen gegangen ist, wieder finden
- Öfter mal Nein sagen
- Von einem Unterlegenheitsgefühl los kommen
- Meine dünne Haut nicht verteidigen müssen
- Den Glauben an das Unmögliche verlieren
- Sich keinen Wunsch ausreden lassen
- Bei einer Wahrheit bleiben
- Ein schönes Umsonst
- Es nach einem langen Hin und Her genug sein lassen
Selig sein.
[Erstveröffentlichung in: „Weihnachten/Jahreswechsel“ - Gütersloher Verlagshaus 1980 – Überarbeitet siehe: www.seniorweb.ch]
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